Das stille Bangkok. Entdecke die ruhigen Ecken der Metropole.

Welche Bilder kommen Dir von Bangkok in den Kopf? Mir fällt da auf Anhieb Folgendes ein: Tösender Lärm, Abgase, Neonleuchten, tausende Straßenstände, Menschenmengen und gold schimmernde Tempel. Hektisch. Chaotisch. Schön. Und voller Überraschungen. Eine davon: Die thailändische Hauptstadt hat auch stille, gemütliche Ecken. So zum Beispiel die Kokos-Plantagen außerhalb der Stadt oder auch die kleinen verwinkelten Gassen von Chinatown.
Bereits zweimal war ich nun schon in Bangkok und wollte diesmal Neues entdecken. Die  klassischen Sehenswürdigkeiten wie der Königspalast, Wat Pho, Chatuchak Market, Jim Thompson’s House waren bereits bei meinen letzten Besuchen abgehakt. Diesmal wollte ich noch mehr vom ursprünglichen Bangkok sehen und spüren wie die Einheimischen leben und sich durch die Stadt bewegen.

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Per Boot quer durch Bangkok

Mein Hauptverkehrsmittel in diesen Tagen war das Boot – Klong Saen Saep Boat. Nicht viele Touristen kennen diese einfache und günstige Weise der Fortbewegung in Bangkok. Aber man entflieht den Massen, die sich in die Bahnen regelrecht quetschen und dem Verkehr der Rush Hour. Die Preise sind je nach Entfernung gestaffelt und so zahlst du zwischen 8 und 20 Baht für den Weg. Du steigst ein und machst dich einfach bei den Ticketverkäufern bemerkbar, dass Du neu eingestiegen bist und teilst ihnen mit, welches deine Zielstation ist. Und wer jetzt den Gedanken hat, dann melde ich mich einfach nicht. Naja probier es aus – aber schon mal was von Karma gehört? – „What goes around comes around“
Solltest du mehr hierzu erfahren wollen, dann gibt es auf dem Blog „Faszination Südostasien“ viele hilfreiche Infos zu dieser Art der Fortbewegung.

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Chinatown & Wat Arun

Nach einem gemütlichen Morgen in meinem Hostel, den ich dringend gebraucht habe, um mit der Zeitumstellung von sechs Stunden klar zu kommen, bin ich mit dem Klong Boot Richtung Golden Mountain (die Station heißt „Panfa Leelard“) gestartet. Dort  ausgestiegen, sind mir schon die ersten Tuk-Tuk Fahrer entgegengekommen, deren Angebote ich dankend abgeschlagen habe. Denn ich wollte zu Fuß in Richtung Chao Praya – also quer durch die Straßen von Chinatown, entlang an Schreinereien, Autowerkstätten, Märkten mit allerlei Krimskrams. Am Chao Praya angekommen bin ich an der Haltestelle „Memorial Bridge“ in eines der Chao Praya Express Boote eingestiegen. Ich wollte auf die andere Seite des Flusses. Ein Besuch des Wat Arun Tempel zu Sonnenuntergang war mein Plan. Und ja, der Wat Arun gehört zu einer der größeren Sehenswürdigkeiten in Bangkok und trotzdem war es ruhig hier und lange nicht so überlaufen wie zum Beispiel rund um den Palast. Ein ruhiger und entspannter Tag konnte so zu Ende gehen.

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Mit dem Fahrrad die Stille in Bangkok entdecken

5:30 Uhr – der Wecker klingelt. Äh? Warum nur muss ich so früh aufstehen. Na, weil ich es will. Ich hatte mir für den heutigen eine Fahrradtour bei Co van Kessel gebucht. Fahrrad fahren in Bangkok habe ich zuerst nicht ganz so zusammen bekommen. Nachdem ich allerdings von Freunden und Berichten aus dem Internet so begeistert war, wollte ich das unbedingt diesmal in Bangkok mitnehmen. Co van Kessel kam ursprünglich aus den Niederlanden und war bereits seit den siebziger Jahren in Bangkok sesshaft.  Co hatte schnell verstanden, dass das immer schneller wachsende Bangkok mit seinen großen Straßen und den immer höher werdenden Wolkenkratzern, das ursprüngliche Stadtbild verschwinden lässt. Tausende von Stunden hat er damit verbracht, die kleinen verwinkelten Gassen mit seinem Mountainbike zu erkunden. Was er fand, das waren die versteckten Perlen, grüne Oasen, und das authentische Leben der Thais.

Los geht es!

So sind wir morgens um 7:00 Uhr in einer Gruppe von 12 Personen – und ja, ich war unter Holländern die einzige Deutsche – mit unseren Guides Peace und Eve gestartet.

Durch die verwinkelten kleinen Ecken von Chinatown, entlang an Straßenständen, Suppe schlürfenden Thais und Metzgereien, die gerade frisch das Fleisch in die entsprechenden Portionen schnitten, durch Tempelanlagen und ruhige Wohnanlagen, habe ich von dem Lärm, den Bangkok zu dieser Tageszeit zu bieten hat, so gar nichts mitbekommen. Diese Ruhe inmitten der Metropole hat mich begeistert und mich Bangkok abermals neu schätzen und lieben gelernt. Stärkung muss sein und so durften wir ein typisches Thai Frühstück probieren: Thai Tee mit Milch (sehr süß) mit einem ausgebackenen Teig. Nicht sehr gesund, aber dafür authentisch.

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Nach weiterer kurzer Fahrt und einem Tempelbesuch, ging es dann per Longtail Boot noch weiter in das lokale, ursprüngliche Bangkok hinein. Entlang an Bananenplantagen und unzähligen Kokospalmen, musste ich darauf achten die Kurven mit dem Fahrrad richtig zu nehmen, denn oftmals war zu beiden Seiten neben mir Wasser. Nicht umsonst wird Bangkok ja auch das Venedig des Ostens genannt.

Auf dem Rückweg gab es ein gemeinsames Mittagessen (wieder in Chinatown). Auf dem Rooftop des River View Guesthouse gab es thailändische Leckereien mit einem phänomenalen Blick über die Stadt. Nach insgesamt 5 h ging die Tour wieder zu Ende am Büro von Co van Kessel Tours, welches sich direkt am River City Shopping Center liegt.

Golden Mountain und das Viertel Thonglor entdecken

Mein letzter Tag in Bangkok startete mit einem gesunden und leckeren Frühstück. Nach einem Abstecher im Supermarkt am Tag zuvor, gab es Mango, Passionsfrucht mit Oats, Mandelmilch und Cashewnüssen. Die anderen Hotelgäste blickten recht neidvoll auf mein Frühstück, aber ich hatte keine Lust auf leeres Weißbrot und zuckersüße Marmelade. Gestärkt und voller Power ging es mal wieder mit dem Boot zur Station Panfa Leelard und von dort aus in nur 5 Gehminuten zum Golden Mountain mit dem goldenen Chedie und die Tempelanlage Wat Saket. Der Golden Mountain ist ein künstlich aufgeschütteter Berg. Die Treppe geht einmal rund um den Berg. Nach etwas über 300 Stufen wurde ich von einem 360 Grad Blick über Bangkok belohnt.

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Nach solch einem Tempelbesuch brauchte ich zur Abwechslung wieder etwas ganz anderes. Per Zufall war ich Monate zuvor auf das Viertel Thonglor gestoßen. Thonglor ist bekannt für die liebevollen Coffeeshops, Boutiquen und Bars. Die Soi Thonglor gilt als einer der lebendigsten Straßen in Bangkok. Konkret war mein Ziel das „The Commons BKK“, was mich an die zahlreichen hippen Streetfood-Märkte in Europa erinnerte. Die Atmosphäre war sehr entspannt. Viel Grün, schönes und stylisches Interior. Mit viel Liebe zubereiteter Kaffee, thailändisches Craft Beer, ein Delikatessenladen mit einer ansprechenden Käseauswahl – einfach ein schöner Ort, um seine Mittagspause zu verbringen.

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Mein Fazit

Bangkok habe ich dieses Mal ganz anders erlebt. Nicht von der klassisch touristischen Seite. Und es hat mir gefallen. Es war anders, es war viel ursprünglicher im Vergleich zu den typischen Sehenswürdigkeiten und Stationen eines Backpackers.

Wer einfach mal einen anderen Ausflug machen will, dem kann ich die Tour mit Co van Kessel nur wärmstens empfehlen. Es ist sicher, die Fahrräder sind gepflegt und noch gut in Schuss. Solltet ihr die Tour machen, dann bucht gleich die 5h Combo mit Fahrrad und Boot. Drei Stunden wären mir definitiv zu wenig gewesen. Ganz im Gegenteil, ich hätte den ganzen Tag noch so weiter fahren können.

Für Kaffeeliebhaber lohnt sich in jedem Falle ein Abstecher  zu „Roots“ im The Commons in Thonglor. Mit viel Liebe wird hier der Kaffee zubereitet und man tut dabei noch Gutes. Denn ein Teil des Profits geht an die nordthailändischen Bauern, um Skills, Wissen und Arbeitsbedingungen zu verbessern.
Ich wünsche euch viel Spaß bei eurem nächsten Besuch in Bangkok. Ihr habt noch mehr  Geheimtipps zu Bangkok? Dann hinterlasst doch unter dem Artikel einen Kommentar mit euren ganz persönlichen Tipps.

Meine Unterkünfte in Bangkok:

  • Siam@Siam Hotel – Im Siam District gelegen. Direkt an der Haltestelle „National Stadium“. Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und ein Pool mit dem Blick über Bangkok. Definitiv für alle geeignet, denen Komfort und ein eigenes Zimmer wichtig ist.
  • The Bed Station Hostel – 5 Gehminuten von der Station „Ratchathewi“ gelegen. Das Hostel ist 2 Jahre alt. Nicht sehr groß. Im coolen Industriedesign gehalten. Es gibt eine kleine Küchenzeile, einen Kühlschrank, eine Bar. Die Betten in den Zimmern haben einen Vorhang für eine gewisses Maß an Privatsphäre. Und alles sehr sauber. Für all diejenigen, die auf das Budget achten müssen, oder allein unterwegs sind.

Von A nach B kommen:

  • Mit MRT, BTS oder einfach mal mit dem Klong Saen Saep Boot – günstig, einfach & schnell
  • Keine Lust auf Diskussionen mit dem Taxifahrer, ob er nun das Taxi-Meter anmacht oder nicht? Einfach „Uber“ in Bangkok nutzen. Es ist einfach und auch noch viel günstiger als das Taxi.

 

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