Ja, Georgetown liegt in Malaysia – Teil 1

Rickshaws

Als ich noch in Deutschland erzählte, dass ich unter anderem nach Georgetown möchte, schaute der ein oder andere mich mit großen Augen an und fragte: „Wo liegt denn das bitte?“. In Malaysia. Genauer gesagt auf der Palau Pinang (Insel Penang). Bei meiner Anreise selbst dachte ich, dass ich die Stadt selbst nicht finden werde, aber ja ich kam an.

Dies ist Teil 1 meiner vierteiligen Serie zu Georgetown. Und ich starte direkt mit dem Kultur-Teil.

Multi-Kulti in Georgetown

So viele Kulturen nennen Georgetown ihr Zuhause. Zuerst waren da die Inder, dann die Chinesen, später kamen die Araber, Portugiesen, Niederländer und zuletzt die Briten. Und das spürst du heute noch. Neben Little India, gibt’s Chinatown, die große Moschee ruft zu den Gebetszeiten zum Gebet. Viele Völker und Religionen existieren hier friedlich – so mein Eindruck – nebeneinander. Diese ethnische Vielfalt, die jeder in Georgetown finden kann, ist vor allem ein Grund, warum die Stadt 2008 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurde.
Ich nahm mir 7 Tage Zeit diese Stadt zu erkunden und kann dir sagen, dass ich immer wieder in dieser Woche Neues entdecken konnte.

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Little India

Von der Lebuh Chulia (Lebuh heißt in diesem Falle „Straße“) bog ich ums Eck und fühlte mich in einer neuen Welt. Es roch nach Curry, Zimt, Kardamom und Nelken. Aus den Boxen dröhnte allerfeinste Bollywood-Musik in ohrenbetäubender Lautstärke. An den Straßenecken fand ich geschickte junge Männer, die ihre Arme in den heißen Naan-Ofen steckten, um das frisch gebackene Fladenbrot rauszunehmen. Wenn ich es nicht besser wüßte, hätte ich denken können, dass ich auf einmal in Indien bin. Nun gut, zumindest mitten in Little India von Georgetown. Vor allem das kulinarische Angebot lockte mich nach Little India – aber dazu mehr in Teil 2.

Die Jetties

Genauer gesagt heißen sie Clan Jetties. Davon sind die bekanntesten wohl der Lim und Chew Jetty, denn hier laufen täglich die Touriströme durch.
Im 19.Jahrhundert siedelten sich hier chinesische Immigranten aus der Hokkien-Region an. Sie flohen vor der drohenden Armut in dieser Region Chinas. Jeder einzelne Clan mit eigenem Familiennamen, baute solch einen Jetty. So lebten am Lim Jetty auch nur die Menschen, die den Familiennamen Lim trugen. Und auf dem Chew Jetty eben alle mit dem Namen Chew und so weiter. Die Jetties wurden zu lebendigen Orten, die bis heute noch bewohnt sindd.

Ich kam von der Hauptstraße. Der tösende Verkehrslärm und die fast unerträgliche Hitze an diesem Vormittag erschwerten mir wirklich mein Touri-Programm. Als ich jedoch dort ankam, fühlte ich mich in eine neue Welt versetzt. So ganz abseits vom Großstadtgewusel. Auf der Terrasse wurde die frisch gewaschene Wäsche aufgehongen. Aus der Küche hörte ich das brutzelnde Mittagessen.
Für mich waren die Jetties definitiv eine Überraschung, denn bevor ich hier herkam, ahnte ich nicht, dass es so etwas hier existierte.

Clan Jetties 01

Clan Jetties 02

Clan Jetties 03

Ein Ausflug zum Kek Lok Si Tempel…

Ein wunderbarer Ausflug an den Stadtrand von Georgetown. Der Tempel und Penang Hill liegen nur unweit von einander und so ließen sich diese beiden Sehenswürdigkeiten ziemlich gut an einem Nachmittag kombinieren. Das ausgezeichnete Busliniennetz auf Penang macht es besonders einfach von A nach B zu kommen. Mit insgesamt 4 Buslinien kommst Du hierher: 201, 203, 204, 502. Circa 4 RM habe ich für diese Strecke von der Innenstadt bis zum Tempel gezahlt, was umgerechnet so um die 81 Euro-Cent sind. Von der Bushaltestelle ist es ein kleiner Treppenaufstieg entlang unzähliger Souvernirshops bis hoch zum Tempel. Dort angekommen befindet man sich quasi über den Dächern der Stadt und in einer stillen Oase. Alles ist ruhig und ganz andächtig.

Kek Lok Si Tempel 01

Kek Lok Si Tempel 03

…Und zum Penang Hill

Vom Ken Lok Si Tempel kannst du anstelle des Busses einfach deine gesunden Beine in die Hand nehmen und einen kleinen Spaziergang zum Fuße des Penang Hills machen. Er ist der höchste Berg auf der Insel mit seinen 830 Metern. Ich besuchte ihn am späten Nachmittag. Denn ich wollte die großen Besuchermassen vermeiden. Aber noch immer war recht viel los, jedoch lange nicht so viel wie zu den Stoßzeiten. Die Wartezeit fürs Ticket hielt sich bei ca. 10 Minuten voll in Grenzen. 30 RM kostet das Ticket, um mit der Bahn nach oben zu fahren. Wer will und hitzebeständig ist, kann auch nach oben wandern. Ganz gleich wie du nach oben kommst, du wirst mit einem wunderschönen Ausblick über Penang und Georgetown belohnt. Hier kannst du dir auch bereits online schon Tickets für deinen Besuch buchen. 

Also mich hat schon alleine das Kulturporgramm Penangs umgehauen. Und selbst in 7 Tagen habe ich lange nicht alles entdecken können, was es zu entdecken gibt.

In Teil 2 meiner Artikelserie wird euch der Magen knurren, denn geht’s rund um das kulinarische Georgetown.

Du hast weitere Geheimtipps oder noch einige unbeantwortete Fragen? Rein damit in die Kommentare.

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