A Fäulein Roadtrip-Guide to Tasmania

Roadtrip-Tasmania

Alleine im Camper durch Tasmanien. Was, du bist doch verrückt, meinst Du vielleicht jetzt denken? Ja vielleicht ein bisschen. Auf alle Fälle war es für mich ein Schritt raus aus meine Komfortzone. Und viel Zeit habe ich mir da erst gar nicht gegeben groß darüber nachzudenken. Ich hab es einfach geplant, gebucht und dann durchgeführt. Weil Tasmanien schon immer ein Traum von mir war. Während des Studiums lebte ich ein ganzes Jahr in Melbourne und all die Jahre hing es mir nach, dass ich noch nicht auf Tasmanien war. Diesmal sollte es einfach geschehen – ein Roadtrip durch Tasmanien. Ich freute mich auf Abgeschiedenheit, das Vanlife, die Natur, aufs Wandern und auf so viel mehr.

Wann ist die optimale Reisezeit?

Ich selbst war im Februar dort. Also gegen Ende des australischen Sommers. Denn merke wir befinden uns ja auf der Südhalbkugel, da läuft es einfach mal verkehrt herum. Ich kann diese Zeit absolut empfehlen, die Temperaturen lagen meist so im unteren 20 Grad Bereich. In den Bergen war es schon etwas kälter, dort trug ich eben den Zwiebel-Look, alles was der Rucksack so an warmen Sachen hergab.

Generell sind die Monate Dezember bis März die ideale Reisezeit. Die Temperaturen in dieser Zeit sind angenehm warm, so richtig heiß wird es nicht wirklich und auch so ist das Wetter relativ stabil. Es ist aber dann auch Hochsaison.

Die Monate März bis Mai sind noch immer angenehm mild, aber in den Bergen kann es richtig frostig sein. Die Wintermonate würde ich zum Reisen im Camper und auch so eher meiden, da ist’s schon recht kalt und nass, vor allem das.

Ab September, also mit dem Start des australischen Frühlings wird es auch etwas milder, jedoch mit starken Winden und sehr wechselhaft.

Welche Roadtrip-Route?

Gibt es da wirklich eine Richtige?! Ich glaube eher nicht. Wichtig ist vor allem, dass es Deinen Ansprüchen entspricht:

  • Willst Du vor allem wandern, dann siehst Du zu, dass vor allem viele Nationalparks auf Deiner Route liegen.
  • Willst Du vor allem schlemmen, dann kann ich Dir empfehlen, dass Du Dir genügend Zeit in den Regionen rund um Hobart und Launceston nimmst.
  • Willst Du die absolute Abgeschiedenheit? Dann bist Du am besten an der noch sehr wilden und sehr einsamen Westküste unterwegs.

Jedoch umrunden die meisten die Insel. Je nachdem, ob du in Hobart oder in Launceston mit dem Flieger landest oder Du in Devonport mit der Fähre anlegst.

Und hier findest Du meine Route, die ich in drei Wochen zurückgelegt habe:

  • Tag 1 – 3: Hobart
  • Tag 4: Von Hobart, über Richmond, Sorrell nach Egalehawk Neck, Tasman Peninsula, Port Arthur
  • Tag 5: Wanderung Fortescue Bay nach Cape Huay Tag 6: Weiterfahrt von Fortescue Bay in den Freycinet National Park
  • Tag 7: Wanderung zum Wineglass Bay Lookout und zum Wineglass Bay
  • Tag 8: Weiterfahrt vom Freycinet National Park nach St.Helens (Bay of Fires)
  • Tag 9: Erkundung Bay of Fires, Regentag
  • Tag 10: Weiterfahrt nach Launceston
  • Tag 11 – 12: Launceston
  • Tag 13: Fahrt von Launceston in den Cradle Mountain National Park
  • Tag 14: Wandern im National Park – Wanderung 1 & und nachmittags Weiterfahrt nach Tullah
  • Tag 15: Wanderung zu den Montezuma Wasserfällen  und Weiterfahrt nach Strahan
  • Tag 16: Ausflug auf dem Gordon River
  • Tag 17: Fahrt von Strahan auch Lake St.Clair, kleine neblige Erkundung am Lake St.Clair
  • Tag 18: Fahrt zum Mountfield National Park, Wanderung zu den Russel Falls – Wanderung 1, 2 & 3
  • Tag 19: Weiterfahrt ins Huon Valley
  • Tag 20: Überfahrt nach Bruny Island
  • Tag 21: Wanderung auf Bruny Island
  • Tag 22: Von Bruny Island zurück auf die große Insel, Mount Wellington, Hobart
  • Tag 23 – 27: Hobart

Roadtrip Tasmania

Weiter unten findest Du eine interaktive Karte mit meiner Route und allen weiteren Orten, wie Campsites, Cafès, Hostels, in denen ich übernachtete.

Meine Roadtrip Highlights

Britischer Charme und unberührte Natur – wie ich finde eine geniale Mischung. Oftmals habe ich Tasmanien mit Neuseeland verglichen, nur dass die australische Insel bedeutend kleiner ist.

Hobart

Niedliche Cafés, leckere Fish & Chips, wunderschöne Wochenmärkte – vor allem der Salamanca Market am Samstag ist ein wahrer Magnet für Touris und Einwohner. Feines Essen, Souvenirs, frische Farmerzeugnisse, Künstler. Und sonntags gibt es den, bei Touristen eher unbekannten, kleinen Farm Gate Market http://farmgatemarket.com.au/, den ich Dir in jedem Falle ans Herz legen möchte. Solltest Du die Wahl zwischen beiden haben, dann geh lieber auf den Sonntagsmarkt. Ein Besuch im MONA (Museum of Old and New Art ) gehört irgendwie auch dazu – allein die Architektur ist sehenswert. Hier kannst Du easy einen ganzen Tag verbringen, wenn Dein Herz für Kunst schlägt.

Meine Highlights Hobart ♥

  • MONA
  • Salamanca Market – Jeden Samstag in Hobart
  • Farm Gate Market – Jeden Sonntag in Hobart
  • Fish & Chips bei Fish Frenzy
  • Brunch im Retro Café
  • Die Bäckerei Jackman & McRoss
  • Ein Besuch auf dem Mount Wellington
  • Und einfach einen Spaziergang durch den Stadtteil Battery Point

Roadtrip-Tasmania

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Ein Dach über dem Kopf oder schlichtweg der Stellplatz für Deinen Camper

  • Das süßeste Hostel überhaupt – Montacute Boutique Bunkhouse
  • Bester Campingstellplatz bei LEA Bushcamps – für nur 10 AUD die Nacht inkl. heißer Dusche

Freycinet Nationalpark

Der Wineglass Bay taucht immer wieder in den Hitlisten der Top-Strände auf dieser Welt auf. Nicht umsonst. Der Sand ist weiß. Das Wasser schimmert in hellen und dunklen Blautönen. Top-Strände sprechen sich rum und so ist hier im Gegensatz zu vielen anderen Orten auf Tasmanien sehr viel los. Ganze Busse kommen hier teils angefahren. Wenn Du Dich einfach drauf gefasst machst, dann ist’s in Ordnung.

Meine Highlights im Freycinet Nationalpark ♥

  • Wineglass Bay Lookout
  • Wanderung runter zur Wineglass Bay

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Ein Plätzchen für Deinen Camper
Umsonst übernachten auf den Campsites an den Friendly Beaches – vor allem abends wirst Du von kleinen Wallabies begrüßt, Plumpsklo ist inklusive

Cradle Mountain Nationalpark

Viele pilgern zum Cradle Mountain, um von dort den berühmten Overland Track zu starten. Ein Wanderweg, der so circa 5-6 Tage dauert. Ich war nur einige Stunden dort unterwegs und auch das war schon wunderschön.

Meine Highlights im Cradle Mountain Nationalpark ♥

  • Dove Lake Circuit
  • Marions Lookout mit wunderbarem Blick auf den Cradle Mountain
  • Wer Glück sieht das ein oder andere Wombat – die sind so knuffig

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Ein Plätzchen für Deinen Camper

Wild campen ist hier nicht erlaubt. Wer es ausprobieren mag, bitte. Ich hatte mich hier gegen eine Campsite entschieden – es war nämlich ganz schön frisch und ich habe in den Hostelbetten eingemietet inklusive warmer Heizung und einer warmen Küche.

Bruny Island

Bruny Island liegt südlich von Hobart und von Kettering kommst Du bequem mit der Fähre hin. Wandern, angeln, lecker essen, an einsamen Stränden spazieren gehen – all das kannst Du auf der kleinen Insel machen.

Meine Highlights auf Bruny Island ♥

Der Labillardiere Peninsula Walk – dauert ca. 4h und führt an drei wunderschönen einsamen Stränden vorbei, und mitten durch den Wald, mir sind dort auch einige Schlangen begegnet (aber Achtung: die Dinger haben mehr Angst vor Dir, als Du vor ihnen)
Käseplatte bei der Bruny Island Cheese Co schlemmen plus leckeres Craft Beer

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Ein Plätzchen für Deinen Camper

  • The Neck Campground – Plumpsklo inclusive sowie eine kleine Hütte mit Feuerstelle
  • Jetty Beach Campground – Plumpsklo inklusive

Wo finde ich die besten Campingplätze?

Bevor ich losgefahren bin, hatte ich mir auf mein Handy zwei Apps gespielt, die alle möglichen (kostenlose oder gebührenpflichtige) Campgrounds eingezeichnet hatten. Dort gabs auch Bewertungen der Community sowie auch Infos, ob Toilette, Dusche etc. vorhanden sind. In der Hauptsaison lohnt sich in jedem Falle bei gebührenpflichtigen Plätzen rechtzeitig alles zu buchen oder Du kommst gerade bei den kostenlosen Plätzen rechtzeitig an, um Dir noch einen Platz zu ergattern. Ich habe mehrmals die Erfahrung gemacht, dass die Plätze ziemlich voll waren und ich nur mit Glück noch einen Stellplatz für meinen Camper bekommen hatte.

Folgende Apps habe ich benutzt:

Außerdem habe ich noch eine Karte genutzt, die ich auf diesem Blog gefunden hatte.

Roadtrip-Tasmania

Was sagt der Geldbeutel?

Hier die genau Aufteilung meiner Kosten:

  • Übernachten (Hostels & kostenpflichtige Campgrounds): 272 €
  • Camper pro Tag: 75,30 € (21 Tage = 1581,30)
  • Transport (Tanken, öffentliche Verkehrsmittel, Taxi, Flughafentransfer): 269 €
  • Essen & Trinken: 520 €
  • Ausflüge & andere Aktivitäten: 193 €

Insgesamt haben mich also knapp 4 Wochen auf Tasmanien 2835,30 € gekostet. Merke die Kosten des Campers habe ich als Solo-Traveller alleine tragen müssen. Wenn Du also mit Freund/Freundin unterwegs sein wirst, wird dieser Kostenpunkt schon mal kleiner ausfallen.

Ein paar Sicherheits-Tipps für alle Fräuleins da draußen:

  • Stell Dich niemals ganz alleine wohin – es sei denn, du hast damit absolut kein Problem
  • Immer schön nachts von Innen abschließen
  • Vorhänge geschlossen halten
  • Taschenlampe sollte immer dabei sein
  • Halte regelmäßig Kontakt mit Freunden und Familien, damit diese wissen, wo Du bist und was Deine Pläne sind
  • Trage Dich bei Wanderungen in die Logbücher ein, damit die Park-Aufsicht finden kann

Meine Roadtrip Karte

Meine Lieblingstipps für Deinen Tasmanien Roadtrip

  • Wo immer Du ankommst, besorge Dir direkt eine Erlaubnis in alle Nationalparks mit dem Camper zu fahren. Der Holiday Pass ist bis zu 8 Wochen gültig und kostet 60 AUD
  • Wenn Du eine Steckdose findest, lade alle elektronischen Geräte auf, damit Du immer gut erreichbar bist oder Du besorg Dir ein USB Ladegerät für den Zigarettenanzünder – für mich war das essentiell!
  • Suche nach Bibliotheken – die meisten größeren Orte auf Tasmanien haben eine Bibliothek, die kostenloses WLAN bietet.
  • In der Campingküche auf Vorrat kochen. Denn ich hab nicht immer Lust auf Pasta, Spiegeleier oder Sandwich. So hab ich mir immer mal wieder ein leckeres Curry gekocht – dort wo ich eben Platz und anständige Geräte zum Kochen hatte.

Lust auf eine Tasmanien Roadtrip oder `nen Camping-Trip bekommen?

4 Kommentare

  1. Hallo Ute,
    vielen Dank für diesen schönen Reisebericht. Ich habe letztes Jahr mein Herz auch ein Stück weit an Tassie verloren und möchte unbedingt nochmals hin (was normalerweise nicht so häufig vorkommt). War knapp 3 Wochen alleine mit dem Mietwagen unterwegs und hatte verschiedenste Unterkünfte gebucht. Besonders schön fand ich es im äußersten Süden, auf Maria Island, am Mt. Wellington und natürlich im Freycinet NP (von Bruny Island und gefühlt auch von der Tasman Peninsula muss ich noch viel mehr sehen). Dein Bericht spornt mich dazu an, es beim nächsten Mal auch mit einem Camper zu versuchen :).
    Wunderschöne Reisen dir noch und sonnige Grüße. Helene

    • Liebe Helene, vielen Dank für dein tolles Feedback. Ja, campen kann ich nur empfehlen, allerdings solltest Du die Einsamkeit mögen 😉 Hab ein schönes Wochenende.
      Viele Grüße, Ute

      • Liebe Ute,
        gab es eigentlich bei deinem Camper-Anbieter irgendwelche Einschränkungen in den Mietbedingungen? Darf man grundsätzlich auf Schotterstraßen/Inseln fahren oder wird die Versicherung dann teurer? Ja, die Einsamkeit 😉 – das wird sich dann zeigen. Dir noch eine schöne Woche.
        Viele Grüße Helene

        • Hallo Helene, ja gab es. Nämlich genau wie du erwähnst, es mir eigentlich nicht erlaubt auf Schotterstraßen zu fahren. Ich hab es trotzdem gemacht und darauf vertraut, dass alles gut laufen wird. Wie das mit Versicherung etc. war das kann ich Dir nicht mehr sagen und da solltest Du auch schlichtweg ganz aufmerksam die Bedingungen des jeweiligen Anbieters durchlesen. Ganz liebe Grüße und einen guten Start in die neue Woche 🙂

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