Prioritäten, Baby! Prioritäten!

Prioritäten,BabyPhoto by Glenn Carstens-Peters on Unsplash

Heute will ich mal mit Dir über das Thema Prioritäten reden. Und lass uns hier gerne eine Diskussion draus machen, damit hier keine Einweg-Konversation entsteht.

Tippe ich bei den gängigen Suchmaschinen ein, „Definition Prioritäten“, dann kommen solche Schlagwörter wie „Vorrangigkeit“, „höherer Rang“, „größere Bedeutung“. Und ja, das ist die Definition von der ich heute hier in diesem Text spreche. Wenn ich etwas allen anderen Dinge vorweg priorisiere, dann deshalb, weil mir genau diese Person, diese Sache wichtiger ist als alles andere.

Sei Dir Deiner Prioritäten bewusst!

Weißt Du wie oft ich vor zwei Jahren, kurz bevor ich auf Weltreise gegangen bin, die folgenden Sätze in den verschiedensten individuellen Variationen gehört habe?!:
Also Ute, ich hätte ja gar nicht das Geld – wie machst Du das?
Also Ute, Deinen Mut möchte ich haben, das ist ja krass!
Ach Ute, ich könnte das ja nicht, ich bin schon zu alt, ich hab ja schon Familie (setze hier einfach Deine Ausrede/Entschuldigung ein)

Zu Punkt 1. kann ich Dir sagen: Ich hab schlichtweg gespart. Dinge zu Geld gemacht, die ich selbst nicht mehr gebraucht habe. Ich habe auf viele andere Dinge verzichtet, keine neueste Tasche, kein ständiges Weggehen und auswärts essen. Kein Auto (die Verspätungen mit der Bahn habe ich irgendwann nur noch mit großer Gelassenheit genommen). Und trotzdem habe ich zugeschaut, dass der Verzicht nicht all zu groß wird.

Zu Punkt 2. kann ich Dir nur sagen: klar, da gehört viel Mut dazu. Den Job aufgeben, die Wohnung auflösen, mit einem 15kg Rucksack als Fräulein in die weite Welt hinaus ziehen. Und da waren viele Ängste, derer ich mir bewusst war. Solange ich immer noch eine Antwort für meine Worst Case Scenarios hatte, war alles gut.
Zu Punkt 3. Dazu muss ich nochmal einen einzelnen Text schreiben. Das sagt mir zumindest mein Gefühl gerade.

Trotz etwaiger Widerstände, Schwierigkeiten, Ängste alles war weniger stark wie der WILLE, diese Reise zu machen. Weil der Wille stark war, hatte dieses Projekt Vorrang vor ALLEM. Nichts war in dieser Zeit wichtiger als genau diese Reise.

Verstehst Du? Ich hab so ziemlich alles nach hinten gestellt bzw. weniger wichtiger gehalten als jene Reise. Und dann war das auch alles möglich. Also entweder war der Wille derjenigen nicht da, die diese Dinge zu mir sagten oder es war alles nur eine lahme Entschuldigung.

Da will ich doch Dich direkt fragen: Was hat gerade bei Dir Priorität, dass Du alles dafür tust, um es umzusetzen?

Really, no Bullshit – was ist gerade Deine Prio?

Zurück von meiner Reise, war es eigentlich ziemlich klar, dass wieder etwas Zaster in die Kasse fließen sollte. Weiter vom Gesparten zu leben erschien mir persönlich nach meiner Definition etwas zu naiv. Ein Job musste her. Gleichzeitig war es mir aber auch super wichtig nicht wieder wie zuvor in die Hamsterrad-Falle zu stapfen und meine 40, 50, 60 Stunden die Woche zu arbeiten und alles andere zu vernachlässigen. Klarer Fall, meine Prios oder vielleicht besser meine Vorstellung zu leben, hatte sich doch sehr geändert – und das im Grunde auch schon vor meiner Reise.

Also definierte ich mir meinen Entwurf für die nächste Phase neu. Teilzeitjob. Maximum 20h die Woche. Ausreichend Flexibilität. Genügend Freizeit. Raum für kreative Projekte. Durch Aufschreiben, durch Gespräche mit anderen, vor allem mit Coaches wurde das einfach klar und deutlich.

Überaus deutlich will ich hier aber betonen, dass es kein von jetzt auf heute gibt bei den Prioritäten fürs Leben – bei Dir im Büro mag das vielleicht so sein – aber diese Prozesse haben gedauert, manchmal Jahre, manchmal nur Monate oder manche dauern einfach nur ein paar Tage. Aber, was sich in ein paar Zeilen so easy peasy anhört, ist mit viel innerer Arbeit verbunden, die nicht immer leicht ist (aber belohnt wird, immer).

Start with why! – und warum ist das gerade wichtiger als alles andere?!

Mache es Dir verdammt noch mal bewusst, warum Du die Prio so setzt wie Du sie setzt. Was nützt es irgendeiner Sache hinterher zu rennen, wenn ich nicht weiß, wozu das Ganze.
Ein Beispiel: Bei meiner Weltreise habe ich mir Monate zuvor, als ich innerlich den Beschluss für mich gefasst hatte, einen Brief geschrieben. Einen Brief, der mir das Warum zu meiner Weltreise erklärte. In gewisser Weise hatte ich hiermit für mich das Ganze verinnerlicht und hatte etwas, dass ich immer wieder in die Hand nehmen konnte.

Deshalb: Bring Deine Gedanken zu Papier, damit die Gedankenfetzen nicht wieder fliehen können und Du immer wieder dorthin zurückkehren kannst.

Ja, und was, wenn ich nun aufs falsche Pferd mit meinen Prios setze?

Wie geht dieser Spruch nochmal: das Leben kann erst rückwärts verstanden werden…so oder so ähnlich. Really, ein bisschen Risiko ist doch immer dabei, oder nicht doch? Wir können ja nicht vorneweg schon antizipieren, was hinten rauskommt. Also, ich hab diese Superpower zumindest noch nicht – Du?

Die Frage ist aber vielleicht eher: kannst Du das Risiko, diese Unsicherheit aushalten ohne, dass sie dich nervös oder gar krank macht. Wenn ja, dann meine ich, dass Du erstmal immer richtig entscheidest und wie eine liebe Freundin mal zu mir sagte: Geh einfach mal los, der Weg schiebt sich beim Gehen dann unter die Füße. Außerdem, mal ganz unter uns, Liebes oder Lieber, wenn Du beim Gehen des Weges merkst, ist doch nicht so, dann kommt die nächste Abzweigung und wir können den Kurs ändern. Ich lebe nicht mehr nach der Devise Entweder-Oder sondern mehr so mit Sowohl-Als-Auch.

Also bleibt mir doch einfach nur noch, Dich nach Deinen Prioritäten für Dein Leben zu fragen?

Willst Du das, was Deine Prio ist, von ganzem Herzen?

Und warum hat das gerade vor allem Vorrang?

Schreib’s auf ein Blatt Papier.

Ich bin gespannt.

2 Kommentare

  1. Hi meine Liebe,

    sehr sehr schöner Text! Da kann ich definitiv ein Lied von singen 🎶

    Meine Prio ist dieses Jahr: In Spanien Fuß fassen und genug Geld verdienen damit ich Ende des Jahres nach Asien oder Südamerika reisen kann.

    Läuft bei mir würde ich sagen!

    Jetzt stehe ich die nächsten Wochen nur vor der Entscheidung: Was tun nach der Saisson? Erst Wohnung und dann reisen? Oder Reisen und im nächsten Frühjahr zurück auf die Insel gehen & eine Wohnung suchen.

    We will see!
    Und ich hoffe wir sehen uns ganz bald mal wieder. Irgendwo auf dieser schönen Welt 🌎

    • Liebe Jasmin, wie schön von Dir zu hören 🙂 Und danke für Deine lieben Worte. Wenn ich so deine Zeilen lese, würde ich sagen, erst mal reisen und dann die Wohnung. Ich fand es ganz gut so wenige Verpflichtungen zuhause zu haben wie nur möglich. Wo bist du denn in Spanien und was machst Du dort?

      Mach einfach das, was sich richtig anfühlt. Liebe Grüße, Ute

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