Wir brauchen mehr Mut-Ausbrüche!

Mut

Weil Mut ist, der Angst ins Auge zu schauen, und es trotzdem zu tun.

Wie oft denke ich noch zurück, als ich vor einigen Jahren, davon träumte, einmal gehst Du auf große Reise. Und dann, ja dann schossen mir die Zweifel und all die Ängste in den Kopf. Der alte Herr Mut war nicht in Sicht

Ja, was ist mit dem Geld? Wie mache ich das bloß?

Ja, was ist dem Job? Ich kann doch nicht einfach kündigen und ein Sabbatical bei uns in der Firma?! Im Leben nicht.

Ja, was ist mit der Wohnung?! Kann ich die überhaupt untervermieten oder aufgeben?!

Ja, was ist mit meiner Familie, mit meinen Freunden?! Oh je, ich werde die alle ganz schön vermissen.

Und dann war genug Mut da

Zugegeben, es hat knapp 5 Jahre gebraucht bis ich den Mut gefasst hatte, endlich das zu tun, was ich von ganzem Herzen wollte und nicht das zu tun, was andere von mir erwarteten. Ein bisschen Hintergrund hierzu: während meines Studiums habe ich immer wieder davon geträumt nach meinem Abschluss nach Südostasien zu reisen. Da war irgendeine Magie, die mich dort hinzog.

Gesellschaftliche Normen kamen mir da allerdings in den Weg: ein sehr gutes Jobangebot und irgendwie alles, worauf ich in meinem Studium hingearbeitet hatte. Nein zu sagen, das wäre doch total blöd gewesen. Und so sagte ich Ja. Und ja ich habe viel gelernt, der Job machte mir auch grundsätzlich sehr viel Spaß. Weil es ums Reisen ging, konnte ich mich tagein, tagaus mit Sonne, Strand und Palmen beschäftigen – und irgendwie war es als würde man mir den Speck vor die Nase hängen ohne dass ich ihn selbst je erreichen würde.

Bereits nach 12 Monaten im Job fragte ich mich, bist du wirklich gerade da, wo Du sein möchtest. Wichtige, tolle Projekte kamen bei mir auf den Tisch und ich fand nie den Mut oder die Gelegenheit, Nein dazu zu sagen. Nein Leute, eigentlich will ich das grad nicht.

Und ja, es musste mir erstmal nicht so gut gehen bis ich verstand – das ist gerade nicht richtig für Dich. Hör’ doch mal auf Dein Herz und nicht nur auf den Verstand, der Dir vorgaukelt, dass das, was das Kollektiv von Dir will, nicht das ist, was Du willst. Immer höher, schneller, weiter. Ich zog die Notbremse. Inzwischen waren fast 5 Jahre vergangen. 5 Jahre, in denen es in mir arbeitete bis eben endlich genug Mut da war.

Wo kommt Mut eigentlich her?

Wo liegt der Ursprung des Wortes „Mut“? Im Englischen heißt Mut, Courage. Und das hat wiederum einen lateinischen Ursprung, denn „Cor“ heißt Herz. Wenn Du es so willst, kannst Du sagen, dass Mut bedeutet „von unserem Herzen aus zu sprechen“ – ich bin ein großer Fan von Brené Brown, die in einem wunderschönen Podcast mit Oprah Winfrey unter anderem über Mut spricht – hör einfach selbst rein (Teil 1 & Teil 2).

Um auf mein Beispiel zurück zu kommen, ich hab da also jahrelang, mehr auf das Kollektiv gehört und irgendwie die Dinge gemacht, die sich so gehören, ganz klassisch: Abi, Studium, Job und dann die Karriereleiter.

Und bitte versteh mich nicht falsch an dieser Stelle, ich sage damit nicht, dass das schlecht ist. Ich kann hier nur von mir aus reden, dass ich hierbei nicht auf Verstand und Herz gehört habe, sondern nur auf den Verstand, der mir auch noch vorgaukelte, dass das, was die Gesellschaft von mir erwartet, auch das ist, was ich will.

Es gibt hier kein richtig oder falsch, ich würde mich nur freuen, wenn Du meine Zeilen vielleicht dazu nutzt, zu reflektieren. Und keiner sagt, dass Du dafür Dein Leben um 180 Grad umkrempeln musst. Du gehst Deinen einzigartigen Weg und ich geh meinen. So wie ich es tat, war es gut für mich.

Mut ist, der Angst ins Auge zu schauen und es trotzdem zu tun.

Der Tag war also gekommen, an dem ich mein bis dahin größtes Herzens-Projekt erfüllen sollte. Die Koffer fast gepackt, um endlich den Flug nach Bangkok zu boarden. One-Way Ticket. Der Job gekündigt. Die Wohnung aufgegeben. Die Sachen bei den Eltern im Keller verstaut.
Und Mann oh Mann, waren da wieder Zweifel und Ängste. War das jetzt alles richtig? Wann wirst Du alle wieder sehen? Wird das Geld reichen? Was, wenn Dir etwas passiert? Was, wenn Du Dich ganz alleine fühlst? Meine Emotionen spielten ganz schön verrückt.

Im November 2016 stieg ich trotz allem oder gerade deshalb in den Flieger. Weil da etwas war, das größer war als all die Ängste und Zweifel. Ein Wort dafür kann es nicht so recht beschreiben – oder vielleicht war es Wille oder das Gefühl etwas für mich von ganzem Herzen zu tun.

…und es hört nie auf.

Was ich in den letzten 2 Jahren gelernt habe, es hört nie auf. Es hört nicht auf, dass gewisse Ängste und Zweifel mich behaupten. Es hört nicht auf, dass ich Kraft aufwende, um den Mut zu haben, die Dinge anzupacken.

Ein Beispiel dafür, meine gerade abgeschlossene Yogalehrerausbildung. Nach nur 2 Jahren mehr oder weniger sporadischer Praxis. Und ja ich hatte Ängste und Zweifel – oh Gott, was wenn Du mit all den Yoga-Junkies nicht mithalten kannst. Bin ich schon gut genug? Meine wohl größte Angst. Aber mein Wille, meine Lust mehr über die Philosophie von Yoga und alles andere zu erfahren, war so viel stärker als meine Ängste und Zweifel. Und so tat ich es einfach.

Was ich Dir gerne mit auf den Weg geben möchte.

Wenn Du meine Zeilen liest, magst Du vielleicht denken, das hört sich so einfach an. Und rückblickend war es das auch irgendwie. Aber mittendrin gewiss nicht. Und mittendrin wusste ich manchmal auch nicht, wo das Leben mich hinführt. Auch heute noch ist es nicht einfach, nur spüre ich, dass es von mal zu mal, einfacher wird.

Eine Sache, die ich mir wünsche, wenn Du diesen Text gelesen hast. Starte damit Dir, Deiner Ängste und Zweifel bewusst zu wurden und schau, wo diese herkommen. Schau da hin, was Dich davon abhält Dein Leben so zu leben, wie Du es gerne gestalten möchtest.

Schau hin und habe Mut! Und wenn Du Fragen hast, dann bin ich für Dich da.

Hab einen wundervollen Tag ❤️

2 Kommentare

  1. Hi Ute,
    das sind sehr inspirierende Zeilen von dir. Ich war eigentlich „nur“ auf der Suche nach Tipps für Tasmanien und bin auf deiner Seite gelandet. Deinen Artikel über Mut finde ich sehr bereichernd – das wollte ich mal eben zum Ausdruck bringen.
    Ich bin aktuell mit meiner Frau auf Weltreise und finde es schön, wenn ich beim Recherchieren weiterer Ziele auch mal nicht auf Artikel stoße, in denen es um „10 things to do in…“ geht. Bist du aktuell noch auf Reisen?

    Liebe Grüße
    Alex

    • Lieber Alex,
      so was am Montagmorgen zu lesen, bringt mir absolute Freude und zeigt mir, warum ich diesen Blog habe. Ganz herzlichen Dank an Dich, dass du mir a) einen Kommentar hinterlässt und b) so tolle Worte an mich richtest. Wie schön, dass ihr als Paar unterwegs seid. Wo seid ihr gerade? Ich bin momentan wieder in Deutschland, baue mir aber gerade ein selbstbestimmtes und ortsunabhängiges Leben auf 🙂
      Weiter viel Freude auf eurer Reise!

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